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Europäische Betriebsvorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge

Am 31. Dezember 2020 werden die neuen europäischen Betriebsvorschriften für unbemannte Luftfahrzeuge europaweit gelten und keine Betriebserlaubnisse nach nationalem Recht mehr ausgestellt. Der originäre Geltungsbeginn wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie um sechs Monate verschoben. Die Vorgaben für den Betrieb von Drohnen finden Sie in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Es wird verschiedene Betriebskategorien geben, für die dann unterschiedliche Anforderungen an die Drohne aber auch an die Fernpilot*innen gestellt werden. Die technischen Anforderungen an die Drohne und die Zuordnung der verschiedenen CE-Klassen (C0 bis C6) finden Sie in der Verordnung (EU) 2019/945.

Wie bisher die nationalen Vorschriften auch, wird die europäische Betriebsverordnung ein risikobasiertes Konzept verfolgen. Das bedeutet, dass bei steigendem Risiko eine höhere Anforderung an Drohne und Bedienpersonal (sogenannte Fernpilot*innen) vorgesehen ist. Der zukünftige risikobasierte Ansatz erfolgt etwas differenzierter als bisher und führt drei verschiedene Betriebskategorien ein:

  • Offene Kategorie
  • Spezielle Kategorie
  • Zulassungspflichtige Kategorie

 
Auf der FAQ-Seite der EASA finden Sie detaillierte Informationen zur Registrierung, zu Betriebsbedingungen, zu Trainingsanforderungen und allen anderen Anforderungen und Übergangsregelungen. Die FAQ-Seite ist nur in englischer Sprache veröffentlicht. Wir werden unsere Internetseite zu den EU-Drohnenregeln schrittweise erweitern und die wichtigsten Informationen auch hier in deutscher Sprache veröffentlichen.

Die EASA hat zu den neuen EU-Betriebsregeln ein kurzes Informationsvideo erstellt:

Video: Informationen der EASA zum Drohnenbetrieb

 

Kategorien und Anforderungen

In der offenen Kategorie kann grundsätzlich erlaubnisfrei geflogen werden, wenn nicht zusätzlich eines der weiterhin geltenden Verbote der §§ 21a, 21b der Luftverkehrs-Ordnung zutreffend ist. Der Betrieb findet größtenteils abseits von Wohnbebauung und Menschenansammlungen statt. Der Kreis der Nutzer*innen wird sich überwiegend im Freizeitbereich finden.

 
 
Generell gilt:

  • max. Höhe 120m,
  • nur innerhalb der Sichtweite,
  • nicht über Menschenansammlungen,
  • max. Gewicht unter 25 kg,
  • bei Nacht ein grünes Blinklicht
  • kein Abwurf von Gegenständen
  • kein Transport von gefährlichen Gegenständen.

Es wird zwischen drei verschiedenen Unterkategorien innerhalb der offenen Kategorie unterschieden:




Unterkategorien
Unterkategorien CE-Klasse der Drohne

 
A1
 
Urbane Gebiete aber nicht über Menschenansammlungen oder außerhalb urbaner Gebiete (A3)
Drohnen Klasse C0,C1
 
Privat hergestellte Drohne mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 250g und einer Geschwindigkeit von unter 19m/s
 
Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 250g
A2
 
Urbane Gebiete mit einem Mindestabstand von 5m (mit Langsamflugmodus und durchgeführter Risikobewertung) ansonsten 30m zu unbeteiligten Personen oder außerhalb urbaner Gebiete (A3)

 
 
Drohnen Klasse C0,C1,C2

 
 
A3
 
Außerhalb urbaner Gebiete
Drohnen Klasse C0,C1,C2,C3,C4,C5,C6
 
Privat hergestellte Drohne mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 25kg und einer Geschwindigkeit von unter 19m/s
 
Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung mit einer höchstzulässigen Startmasse von unter 25kg

Für Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung wird es bis zum 1.1.2023 Übergangsbestimmungen geben, die den Betrieb ein wenig liberaler regeln als in der Tabelle dargestellt. Bitte beachten Sie auch die erforderlichen Kenntnisse für die jeweiligen Drohnenklassen und den geplanten Betriebsbereich (Unterkategorien A1,A2,A3).
 

Unterkategorie A1

Mit unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse C1 soll in einem Gebiet geflogen werden, in dem davon ausgegangen werden kann, dass keine unbeteiligten Personen überflogen werden.

Mit unbemannten Luftfahrzeugen der Klasse C0 dürfen unbeteiligten Personen überflogen werden, aber niemals Menschenansammlungen.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.020.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C0 und C1 beachten Sie bitte Teil 1 und Teil 2 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.
 

Unterkategorie A2

Das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C2 muss so betrieben werden, dass es keine unbeteiligten Personen überfliegt und ein horizontaler Sicherheitsabstand von mindestens 30 m von diesen Personen eingehalten wird. Der horizontale Sicherheitsabstand kann auf ein Minimum von 5 m von einer unbeteiligten Person verkürzt werden, sofern der Langsamflugmodus des unbemannten Luftfahrzeugs eingeschaltet ist und die Situation im Hinblick auf Wetterbedingungen, Leistungsfähigkeit des unbemannten Luftfahrzeugs und Trennung des überflogenen Gebiets bewertet wurden.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.030.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C2 beachten Sie bitte Teil 3 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.
 

Unterkategorie A3

Unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse C2, C3 und C4 dürfen nur in einem Gebiet betrieben werden, in dem nach vernünftigem Ermessen davon ausgegangen werden kann, dass innerhalb des Bereichs, in dem das unbemannte Luftfahrzeug während des gesamten UAS-Betriebs geflogen wird, keine unbeteiligte Person gefährdet wird. Es muss ein horizontaler Sicherheitsabstand von mindestens 150 m zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- oder Erholungsgebieten eingehalten werden.

Der Unterschied zur Unterkategorie A2 mit einem unbemannten Luftfahrzeug der Klasse C2 besteht darin, dass für den Betrieb in A2 eine höhere Anforderung an die Kenntnis und die Flugerfahrung des/der Fernpilot*in vorliegt und die Flugplanung tiefgründiger ist.

Für den genauen Wortlaut der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und weiteren Vorgaben für Fernpilot*innen und Spezifikationen des unbemannten Luftfahrzeugs beachten Sie bitte Ziffer UAS.OPEN.040.

Für die technischen Anforderungen an das unbemannte Luftfahrzeug der Klasse C2, C3 und C4 beachten Sie bitte Teil 3, Teil 4 und Teil 5 des Anhangs der Verordnung (EU) 2019/945.
 

Grundregeln für einen sicheren Flug in der offenen Kategorie

Abhängig von der Betriebsart in der offenen Kategorie (A1, A2 oder A3) werden zwei unterschiedliche Kenntnisse nachzuweisen sein. Nur für Drohnen unter 250g (Klasse C0) benötigen Sie keinen der "EU-Kenntnisnachweise".

Für den Betrieb in der Betriebsart A1 und/oder A3 benötigen Sie einen Nachweis für Fernpiloten über den Abschluss einer Online-Prüfung ihrer Theoriekenntnisse. Die Online-Prüfung wird vom Luftfahrt-Bundesamt abgenommen und umfasst folgende Sachgebiete:

  • Flugsicherheit,
  • Luftraumbeschränkungen,
  • Luftrecht,
  • menschliches Leistungsvermögen und dessen Grenzen,
  • Betriebsverfahren,
  • allgemeine Kenntnisse zu UAS,
  • Schutz der Privatsphäre und der Daten,
  • Versicherung,
  • Luftsicherheit.

Für den Betrieb in der Betriebsart A2 benötigen Sie ein Zeugnis über die Kompetenz von Fernpiloten. Dieses Zeugnis erlangen Sie, nachdem folgende Bedingungen in der angegebenen Reihenfolge erfüllt sind:

  • Sie müssen über einen Nachweis für Fernpiloten über den Abschluss einer Online-Prüfung ihrer Theoriekenntnisse (sh. oben) verfügen,
  • Sie müssen praktische Trainingsflüge in der Betriebsumgebung nach A3 mit Ihrer C2-Drohne durchführen,
  • Sie müssen den Abschluss der praktischen Trainingsflüge schriftlich bestätigen und dann zusätzlich einen Theorietest bei einer (PStF) bestehen, der Fragen aus nachfolgenden Themengebieten aufweist:
    • Meteorologie,
    • UAS-Flugleistung,
    • technische und betriebliche Minderung von Risiken am Boden.

Zuständig für die Abnahme und Ausstellung der neuen Kenntnisnachweise nach EU-Recht ist das Luftfahrt-Bundesamt, welches weiterhin Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) für den Kompetenznachweis A2 beauftragen wird. Um genauere Informationen zum Ablauf der Prüfung und den erforderlichen Kenntnissen und den Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) zu erhalten, wenden Sie sich bitte an:

Luftfahrt-Bundesamt

Referat L2 - Unbemannte Fluggeräte und Anerkannte Stellen

Luftfahrt-Bundesamt
Referat L 2
38144 Braunschweig


 

Mit Geltungsbeginn der EU-Verordnung am 31.12.2020 wird es für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit geben, den bisherigen nationalen Kenntnisnachweis gem. § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr.2 Luftverkehrs-Ordnung für bestimmte Betriebe, abhängig von der eingesetzten Drohne, zu nutzen. Auch wird der Betrieb von "Altgeräten", also für Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung (C0 - C4) in begrenztem Rahmen möglich sein.

Beachten Sie bitte, dass ausschließlich nur der Kenntnisnachweis nach § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr.2 Luftverkehrs-Ordnung zulässig für die Nutzung im Übergangszeitraum ist. Eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer*in (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 1) und eine Bescheinigung über eine erfolgte Einweisung durch einen beauftragten Luftsportverband oder einen von ihm beauftragten Verein für den Betrieb eines Flugmodells (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 3) gelten ausdrücklich nicht!

Die nachfolgende Tabelle gilt nur für "Alt-Drohnen", die nicht konform zur Verordnung (EU) 2019/945 sind, vor dem 1. Januar 2023 in Verkehr gebracht und nicht privat hergestellt wurden:






Übergangsbestimmungen Altgeräte
Höchstzulässige Startmasse Betriebsbedingungen Kenntnisse
bis 250g
A1
nicht erforderlich

 
ab 250g bis 500g

 
A1
nicht erforderlich
 
(nur bis zum 31.12.2022, danach nur noch Betrieb in A3 möglich)

 
 
ab 500g bis 2kg

 
 
50m Abstand zu Menschen
nationaler Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO und
EU-Kenntnisnachweis A1/A3 und
Selbsterklärung praktische Kenntnisse
 
Alternativ: EU-Kenntnisnachweis A2
 
(nur bis zum 31.12.2022 danach nur noch Betrieb in A3 möglich)

 
 
ab 250g bis 25kg

 
 
A3
nationaler Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO
 
(nur bis zum 01.01.2022 danach EU-Kenntnisnachweis A1/A3)
 
Alternativ: EU-Kenntnisnachweis A1/A3


Nach dem 01.01.2023 dürfen Drohnen ohne CE-Klassenmarkierung also ausschließlich unter Einhaltung aller Bestimmungen der jeweiligen Unterkategorien der Open-Kategorie nach folgender Maßgabe betrieben werden:

  • In A1, wenn die höchstzulässige Startmasse der Drohne unter 250g ist oder
  • in A3, wenn die höchstzulässige Startmasse der Drohne unter 25kg ist.

 

Mit Geltungsbeginn der EU-Verordnung am 31.12.2020 wird es für eine begrenzte Zeit die Möglichkeit geben, den bisherigen nationalen Kenntnisnachweis gem. § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 2 Luftverkehrs-Ordnung für bestimmte Betriebe, abhängig von der eingesetzten Drohne, zu nutzen.

Beachten Sie bitte, dass ausschließlich nur der Kenntnisnachweis nach § 21a Absatz 4 Satz 3 Nr.2 Luftverkehrs-Ordnung zulässig für die Nutzung im Übergangszeitraum ist. Eine gültige Erlaubnis als Luftfahrzeugführer*in (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 1) und eine Bescheinigung über eine erfolgte Einweisung durch einen beauftragten Luftsportverband oder einen von ihm beauftragten Verein für den Betrieb eines Flugmodells (§ 21a Absatz 4 Satz 3 Nr. 3) gelten ausdrücklich nicht!

Die nachfolgende Tabelle gilt nur für Drohnen, die konform zur Verordnung (EU) 2019/945 sind oder privat hergestellt wurden:










Übergangsbestimmungen Neugeräte
CE-Klasse der Drohne Betriebsbedingungen Kenntnisse
C0
 
oder privat hergestellt unter 250g,
max. Geschwindigkeit unter 19 m/s


 
 
A1

 
 
nicht erforderlich

 
 
C1

 
 
A1
nationaler Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO
 
(nur bis zum 01.01.2022 danach EU-Kenntnisnachweis A1/A3)
 
Alternativ: EU-Kenntnisnachweis A1/A3

 
 
C2

 
 
A2
nationaler Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO
 
(nur bis zum 01.01.2022 danach EU-Kenntnisnachweis A2)
 
Alternativ: EU-Kenntnisnachweis A2

 
C2,C3,C4
 
oder privat hergestellt
unter 25kg


 
 
A3
nationaler Kenntnisnachweis gem. § 21a Abs. 4 S. 3 Nr. 2 LuftVO
 
nur bis zum 01.01.2022 danach EU-Kenntnisnachweis A1/A3)
 
Alternativ: EU-Kenntnisnachweis A1/A3


 

Wenn in der offenen Kategorie von unbeteiligten Personen gesprochen wird, ist gemeint, dass die betreffenden Personen nicht an dem Drohnenflug teilnehmen und nicht über Gefahren und Verhaltensanweisungen durch den/die Drohnenbetreiber*in aufgeklärt wurden. So sind generell Zuschauer*innen, Besucher*innen einer Veranstaltung (Konzert, Sport usw.) oder Personen im Park, am Strand oder in der Stadt immer als unbeteiligte Personen anzusehen. Dies gilt auch für fahrende Fahrzeuge, da die/der Fahrer*in abgelenkt werden könnte und dann einen Unfall verursacht. Folglich müssen dann auch zu fahrenden Fahrzeugen die entsprechenden Abstände der Unterkategorien eingehalten werden.

Wenn Personen als beteiligte Personen gelten sollen, damit Sie überflogen werden dürfen oder nur ein geringerer seitlicher Abstand eingehalten werden kann, müssen diese Personen:

  • ihre explizite und individuelle Zustimmung zu einem konkreten Drohnenflug geben,
  • Anweisungen und Vorsichtsmaßnahmen für Notfälle vom/von der Betreiber*in bzw. Fernpilot*in bekommen,
  • dazu in der Lage sein, dem Flugweg der Drohne zu folgen und sich ggf. in Sicherheit zu bringen. Sie dürfen also nicht mit anderen Tätigkeiten beschäftigt sein, die das verhindern.

Achtung, eine genereller Hinweis auf Konzert-, Veranstaltungskarten über einen Drohnenflug im Laufe der Veranstaltung gilt nicht als Zustimmung!
 

In der speziellen Kategorie ist entweder eine luftverkehrsrechtliche Erlaubnis erforderlich oder die Abgabe einer Erklärung (sogenannte Declarations). Erklärungen können nur für Standardszenarien (STS) abgegeben werden. Standardszenarien stellen spezielle Betriebsarten mit vorgefertigten Risikobewertungen dar. Die verfügbaren Standardszenarien finden Sie in der Anlage 1 zur Durchführungsverordnung (EU) 2019/947.

Generell werden umfangreiche Risikobewertungen gemäß Artikel 11 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 und Betriebskonzepte durch die Betreiber*innen anzufertigen sein. Diese Kategorie richtet sich an (semi-)professionelle Nutzer*innen, die beispielsweise Agrarflüge, Vermessungsflüge, Inspektionsflüge, BVLOS-Betrieb oder Betrieb über Menschenansammlungen oder Einsätze im urbanen Raum durchführen. Die Kompetenzanforderungen für Fernpilot*innen werden von der zuständigen Behörde in der erteilten Genehmigung (individuell) vorgegeben oder sind in den verfügbaren Standardszenarien bereits festgelegt. Spezielle Schulungen für die Standardszenarien werden dann voraussichtlich von, vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassenen, Prüfstellen für Fernpilot*innen (PStF) angeboten.

Die Landesluftfahrtbehörden werden zuständig für die Erteilung der Betriebsgenehmigungen gemäß Artikel 12 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 für die Kategorie „speziell“ sein.

Die Erklärungen (sogenannte Declarations) für die Standardszenarien (STS) werden vom Luftfahrt-Bundesamt entgegengenommen. Bei Fragen zu den Standardszenarien wenden Sie sich bitte an:

Luftfahrt-Bundesamt

Referat L2 - Unbemannte Fluggeräte und Anerkannte Stellen

Luftfahrt-Bundesamt
Referat L 2
38144 Braunschweig

Betreiberzeugnis für Leicht-UAS (LUC)

Für juristische Personen (z. B. eine GmbH) ist es möglich, ein Betreiberzeugnis (sogenanntes LUC) zu beantragen. Damit können Betreiber*innen Drohnenflüge innerhalb der speziellen Kategorie durchführen, ohne eine vorherige Erlaubnis bei der Behörde beantragen zu müssen. Die Betreiber*innen unterliegen einem Aufsichtsprogramm und müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllen. So muss beispielsweise ein umfangreiches Managementsystem vorhanden sein. Um ein Betreiberzeugnis zu beantragen oder um Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an:

Luftfahrt-Bundesamt

Referat L2 - Unbemannte Fluggeräte und Anerkannte Stellen

Luftfahrt-Bundesamt
Referat L 2
38144 Braunschweig

Einzelheiten über das Betreiberzeugnis für Leicht-UAS finden Sie außerdem in Teil C der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947.
 

Militär-Drohne
Quelle: Pixabay

In der zulassungspflichtigen Kategorien unterliegen die Drohnen sowie die Betreiber*innen einem aufwendigen Zulassungsverfahren, ähnlich der bemannten Luftfahrt. In dieser Kategorie werden insbesondere Personentransporte (Drohnentaxi) und schwere Lastendrohnen zu finden sein. Zuständige Behörde ist:

Luftfahrt-Bundesamt

Referat L2 - Unbemannte Fluggeräte und Anerkannte Stellen

Luftfahrt-Bundesamt
Referat L 2
38144 Braunschweig


 

Regeln und Hinweise

Es wird die Pflicht geben, sich als Betreiber*in von Drohnen digital zu registrieren. Sie müssen sich in dem Land registrieren, wo Sie als natürliche Person Ihren Wohnsitz haben oder als juristische Person Ihren Hauptgeschäftssitz. Man kann sich nur einmal registrieren. Diese Registrierungspflicht gilt, wenn

  • die Startmasse der Drohne 250g oder mehr ist oder
  • die Drohne (unabhängig vom Startgewicht) mit einem Sensor ausgerüstet ist, der personenbezogene Daten erfassen kann und es kein Spielzeug gemäß der europäischen Richtlinie 2009/48/EG ist.

Es muss nicht die Drohne selbst registriert werden (außer in der Zulassungspflichtigen Kategorie), sondern Sie als Betreiber*in unabhängig von der Anzahl der Drohnen. Als Betreiber*in gilt die/der Besitzer*in der Drohne. Wenn Sie beispielsweise eine Drohne für Ihre Firma fliegen (z. B. Inspektionsflüge, Vermessungsflüge usw.), dann sind Sie die/der Fernpilot*in und die Firma die Betreiberin. Wenn Sie für sich eine Drohne kaufen zum privaten Gebrauch, sind Sie gleichzeitig Betreiber*in und Fernpilot*in.

Sie erhalten nach der Registrierung eine individuelle Registrierungsnummer, die Sie auf allen Ihren Drohnen anbringen und in das Fernidentifikationssystem Ihrer Drohne hochladen müssen. Diese Registrierungsnummer gilt in allen EASA-Mitgliedsstaaten.

Die Registrierung wird voraussichtlich online durch das Luftfahrt-Bundesamt durchgeführt. Bei Fragen zur Registrierung von Drohnen wenden Sie sich bitte an:

Luftfahrt-Bundesamt

Referat L2 - Unbemannte Fluggeräte und Anerkannte Stellen

Luftfahrt-Bundesamt
Referat L 2
38144 Braunschweig

Genauere Vorgaben für die Registrierung von Drohnen finden Sie außerdem in Artikel 14 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947.
 

Die Verbote der Luftverkehrs-Ordnung, die nicht durch das "neue" EU-Recht geregelt werden (z. B. Verbot des Betriebs über Naturschutzgebieten), werden in Form der jetzigen Pauschalverbote beibehalten und teilweise (wahrscheinlich in den nächsten 2 Jahren) in geografische UAS-Gebieten (Geozonen) nach Artikel 15 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 überführt. Sie benötigen also auch eine zusätzliche Erlaubnis Ihrer Landesluftfahrtbehörde, wenn Sie innerhalb der "Offenen" Kategorie fliegen und eines der noch geltenden Verbote zutrifft (z. B. Flug über Naturschutzgebiete, Bundesfernstraßen etc.).

Folgende erlaubnispflichtige Tatbestände des § 21a Luftverkehrs-Ordnung werden auch nach dem 31.12.20 weiterhin Geltung haben und Sie benötigen eine Erlaubnis:

  • § 21a Abs. 1 Nr.3 unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle mit Verbrennungsmotor, die in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von Wohngebieten betrieben werden,
  • § 21a Abs. 1 Nr.4 unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle aller Art in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen.

Folgende Verbote des § 21b Luftverkehrs-Ordnung werden auch ach dem 31.12.20 weiterhin Geltung haben und Sie benötigen eine Zulassung :

  • § 21b Abs. 1 Nr.2 über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Einsatzorten von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, sowie über mobilen Einrichtungen und Truppen der Bundeswehr im Rahmen angemeldeter Manöver und Übungen,
  • § 21b Abs. 1 Nr.3 über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, Einrichtungen des Maßregelvollzugs, militärischen Anlagen und Organisationen, Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung sowie über Einrichtungen, in denen erlaubnisbedürftige Tätigkeiten der Schutzstufe 4 nach der Biostoffverordnung ausgeübt werden, soweit nicht der Betreiber der Anlage dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • § 21b Abs. 1 Nr.4 über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Grundstücken, auf denen die Verfassungsorgane des Bundes oder der Länder oder oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden oder diplomatische und konsularische Vertretungen sowie internationale Organisationen im Sinne des Völkerrechts ihren Sitz haben sowie von Liegenschaften von Polizei und anderen Sicherheitsbehörden, soweit nicht die Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • § 21b Abs. 1 Nr.5 über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von Bundesfernstraßen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, soweit nicht die zuständige Stelle dem Betrieb ausdrücklich zugestimmt hat,
  • § 21b Abs. 1 Nr.6 über Naturschutzgebieten im Sinne des § 23 Absatz 1 des Bundesnaturschutzgesetzes, Nationalparken im Sinne des § 24 des Bundesnaturschutzgesetzes und über Gebieten im Sinne des § 7 Absatz 1 Nummer 6 und 7 des Bundesnaturschutzgesetzes, soweit der Betrieb von unbemannten Fluggeräten in diesen Gebieten nach landesrechtlichen Vorschriften nicht abweichend geregelt ist,
  • § 21b Abs. 1 Nr.7 über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 Kilogramm beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen, es sei denn, der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten betroffene Eigentümer oder sonstige Nutzungsberechtigte hat dem Überflug ausdrücklich zugestimmt,
  • § 21b Abs. 1 Nr.9 unbeschadet des § 21 in Kontrollzonen, es sei denn, die Flughöhe übersteigt nicht 50 Meter über Grund,
  • § 21b Abs. 1 Nr.11 über und in einem seitlichen Abstand von 100 Metern von der Begrenzung von Krankenhäusern.

 

Für Flugmodell-Vereine sieht die EASA vor, dass die zuständige nationale Behörde eine Genehmigung für den UAS-Betrieb im Rahmen des Flugmodell-Vereins erteilen kann. In dieser Genehmigung werden auch die zu erfüllenden Kompetenzen der Fernpilot*innen festgelegt sein. Bis zum 1.1.2023 können Flugmodell-Vereine auf Basis von nationalem Recht und ohne diese Genehmigung ihren Betrieb fortführen. Zurzeit ist nicht bekannt, welche Behörde in Deutschland die europäische Genehmigung erteilen wird. Bei Fragen zur zukünftigen Regelung für Flugmodell-Vereine wenden Sie sich bitte an:

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Projektgruppe Unbemannte Luftfahrt

Invalidenstraße 44
10115 Berlin

Genauere Vorgaben für die Genehmigung von Flugmodell-Vereinen finden Sie außerdem in Artikel 16 der Durchführungsverordnung (EU) 2019/947.
 

Es empfiehlt sich, die Verordnungen sowie die dazugehörigen AMCs und das GM aus offiziellen Quellen zu beziehen. Am besten nutzen Sie die Website der EASA. Die AMCs erläutern, wie Sie regelkonform im Sinne der Verordnung handeln können und dienen als Sekundärliteratur (sogenanntes Soft-Law). Das GM erklärt darüber hinaus oft den tieferen Sinn einer Regel und gibt weitere Hinweise zum besseren Verständnis.

Um die Sache etwas übersichtlicher zu gestalten, hat die EASA das Format der Easy Access Rules eingeführt, welche Sie auf der Internetseite der EASA herunterladen können. In diesen finden Sie beide Verordnungen in einem Dokument konsolidiert und zu jeder Ziffer der Verordnung die dazugehörigen AMCs und das GM.

Es werden nur die Verordnungen bzw. Durchführungsverordnungen in deutscher Sprache angeboten. Die AMCs, das GM und die Easy Access Rules werden nur in englischer Sprache veröffentlicht.
 

SESAR U-space

Wie sieht die Zukunft der sicheren und fairen Integration von unbemanntem Flugbetrieb insbesondere in urbanen Gebieten aus?

Damit beschäftigt sich das SESAR U-space Projekt. Eine kurze Erläuterung finden Sie in nachfolgendem Video.

Video: SESAR U-space Projekt